#passtaufeuchauf Essstörungen

Essstörungen sind ernste Erkrankungen, die oft als Reaktion auf traumatische Situationen, Druck oder Selbstzweifel entstehen und behandelt werden müssen. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und an wen du dich wenden kannst.

Wie bekommt man eine Essstörung?

Wer kennt es nicht – ein mieser Kommentar von der Seite, die dünnen Models auf Instagram, hier und da zwickt die Hose ein bisschen oder generelle Selbstzweifel am eigenen Ich und schon ist der Gedanke da, eine Diät auszuprobieren, am besten eine, die schnelle Erfolge verspricht und das eigene Leben besser macht.

Diäten oder ein obsessiver Umgang mit Sport oder gesunder Ernährung können ein Einstieg in eine Essstörung sein. Genauso können Essstörungen aber auch eine Reaktion auf ein traumatisches Erlebnis oder besonders viel Druck sein. Eine Reaktion auf den Wunsch, endlich wieder Kontrolle über das eigene Leben zurückzugewinnen, die Macht über sich selbst zurück zu erlangen, genauso gut wie die anderen zu sein. Oder wenigstens von der Bildfläche zu verschwinden.

Vor allem zu Beginn einer Essstörung, wenn noch nicht offensichtlich ist, dass ein essgestörtes Verhalten vorliegt, können sich Betroffene in ihren Gedanken und Verhaltensweisen von Außenstehenden durch Kommentare wie „Du bist aber schlank geworden!“ bestätigt fühlen. Dabei sind Essstörungen ernsthafte Erkrankungen, die behandelt werden müssen, weil sie auf Dauer schwere körperliche Schäden verursachen – oder tödlich enden können.

Was sind Essstörungen?

Es gibt verschiedene Formen von Essstörungen, die bekanntesten sind Magersucht, Bulimie, Orthorexie und Binge-Eating. Bei vielen Betroffenen manifestieren sich Essstörungen aber nicht in ihrer klassischen Form, sondern in Mischformen oder sogenannten „nicht näher bezeichneten Essstörungen“. Auch Adipositas, also krankhaftes Übergewicht, oder der chronische Verlust von Appetit gelten als Formen der Essstörung.

Diese Typen von Essstörungen gibt es

Eine rundliche und eine schlanke Frau stehen sich gegenüber
Adipositas Etwa jeder dritte erwachsene Bundesbürger ist deutlich übergewichtig und sollte aus medizinischen Gründen Gewicht abnehmen. Global gesehen betrifft Übergewicht besonders die jetzt heranwachsende Jugend. Vor allem wegen der hyperkalorischen Ernährung und der zunhemenden Bewegungsarmut. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Eine rundliche und eine schlanke Frau stehen sich gegenüber
Adipositas Etwa jeder dritte erwachsene Bundesbürger ist deutlich übergewichtig und sollte aus medizinischen Gründen Gewicht abnehmen. Global gesehen betrifft Übergewicht besonders die jetzt heranwachsende Jugend. Vor allem wegen der hyperkalorischen Ernährung und der zunhemenden Bewegungsarmut. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Junge Frau steht auf einer Körperwaage
Bulimie Bei der Bulimie beschäftigen sich Betroffene andauernd mit dem Essen und haben eine unwiderstehliche Gier nach Lebensmitteln. Oft leiden sie unter Essattacken und haben andererseits die krankhafte Furcht, dick zu werden. Weshalb sie sich erbrechen, Abführmittel nutzen oder Hungerperioden einlegen. Begleiterkrankungen sind beispielsweise Depressionen, Karrieredrang, Kuafsucht oder der Missbrauch von Alkohol, Drogen, Nikotin oder Medikamenten. Bildrechte: PantherMedia / Arne Trautmann
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Habe ich eine Essstörung?

Diese Frage können nur Fachleute beantworten. Solltest du das Gefühl haben, unter einer Essstörung zu leiden oder jemanden zu kennen, der betroffen ist, solltest du dich unbedingt an eine Expertin bzw. einen Experten wenden (Ärztin/Arzt oder Psychotherapeutin/Psychotherapeut) oder eine Beratungsstelle aufsuchen.

Typische Anzeichen für eine Essstörung:

  • Probleme mit dem Essverhalten
  • Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper
  • Sorgen um Gewicht und Essen
  • sozialer Rückzug

Muss eine Essstörung behandelt werden?

Auf jeden Fall! Sie sind ernsthafte Erkrankungen, die in jedem Fall behandelt werden müssen. Und dabei gilt: Je eher eine Behandlung stattfinden kann, desto größer ist auch die Aussicht auf Erfolg. Bei der Behandlung soll ein gesundes Essverhalten gelernt werden, dass dann auch dauerhaft beibehalten wird.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Betroffene können sich auf unterschiedliche Art und Weise behandeln lassen. Eine Möglichkeit ist die der ambulanten Therapie. Dabei können Betroffene in ihrem vertrauten Umfeld bleiben und begeben sich nur zur Behandlung zum Arzt oder Psychotherapeuten. Die Dauer der Therapie ist dabei sehr unterschiedlich, je nach Bedarf.

Außerdem gibt es noch die teilstationäre Therapie. In sogenannten Tageskliniken werden die Patienten unter der Woche betreut. Die Nächte und Wochenenden werden zu Hause verbracht. In der Regel gibt es in den Kliniken ein bestimmtes Tagesprogramm aus unterschiedlichen Bereichen.

Einen weitere Variante der Behandlung gibt es in einem Krankenhaus mit der stationären Behandlung. Für eine bestimmte Zeit verlassen die Betroffenen hier ihr zu Hause, um sich behandeln zu lassen. Die Dauer der Therapie ist abhängig vom Krankheitsbild. Empfehlenswert sind auf jeden Fall Kliniken, die sich speziell auf Essstörungen ausgerichtet haben.

Jana Crämer rechts, gegenüber ihres besten Freundes links. 4 min
Bildrechte: MDR SPUTNIK

Passt auf euch auf | Eine Initiative von MDR SPUTNIK Ehrenmenschen - Jana Crämer und Batomae

Ehrenmenschen - Jana Crämer und Batomae

Jana Crämer spricht mit ihrem besten Freund Batomae über ihre Essstörung.

MDR SPUTNIK Fr 13.03.2020 10:36Uhr 04:10 min

https://www.sputnik.de/home/passt-auf-euch-auf/video-390842.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Jana Crämer rechts, gegenüber ihres besten Freundes links. 4 min
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Jana Crämer spricht mit ihrem besten Freund Batomae über ihre Essstörung.

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Das Video zum Song "Passt auf euch auf" von Lumaraa. 3 min
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Manche Sachen schaffst du nicht alleine - dann brauchst du jemanden, der dich auffängt. Wer passt auf dich auf? Hör den Song, schreib uns und lade deine Freunde dazu ein, Teil unserer Aktion zu werden.

MDR SPUTNIK So 08.03.2020 11:16Uhr 02:51 min

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