MDR AKTUELL - Meldungen um 17:00 Uhr


G7-Staaten wollen Kohleausstieg schaffen

Im Kampf gegen die Erderwärmung haben sich die größten Industriestaaten der Welt erstmals zu einem Abschied von der Kohle bekannt. Auf dem G7-Treffen der Energie-und Klimaminister in Berlin sagten sie konkrete Schritte für ein Ende der Kohleverstromung zu. Demnach soll im gesamten Energiesektor den CO2-Ausstoß bis 2035 möglichst auf Null heruntergefahren werden, der Verkehr soll schon ab 2030 weitgehend ohne fossile Kraftstoffe auskommen. Arme Länder sollen mehr Geld für Klimaschutz und die Bewältigung des Klimawandels bekommen. Dafür wollen die G7-Länder 100 Milliarden Euro bereitstellen. Bundesklimaminister Habeck und Umweltministerin Lemke zeigten sich zufrieden mit den Ergebnissen, mahnten aber eine zügige Umsetzung an. Auch Umweltverbände sprachen von positiven Signalen.


Halle feiert hundert Jahre Händel-Festspiele

Mit einer Feierstunde ist das Jubiläum der Händel-Festspiele eingeläutet worden. Nach einer coronabedingten Pause feiert das Festival für barocke Musik sein 100-jähriges Bestehen. Zum Auftakt steht am Abend die Neuinszenierung der Oper "Orlando" auf dem Programm. Festspiel-Intendant Clemens Birnbaum sagte MDR AKTUELL, man warte diesmal mit einem großen Staraufgebot auf. Viele Händel-Peisträgerinnen und -Preisträger hätten zugesagt nach Halle zu kommen. Bis zum Abschlusskonzert am 12. Juni bieten die Händel-Festspiele 67 Veranstaltungen.


1.500 Tote seit Kriegsbeginn in Sjewjerodonezk

In der schwer umkämpften Stadt Sjewjerodonezk sind nach ukrainischen Angaben seit Kriegsbeginn rund 1.500 Menschen getötet worden. Wie die lokale Militärverwaltung mitteilte, sind unter den Opfern Soldaten und Zivilisten. Von den einst 130.000 Einwohnern sei inzwischen der Großteil geflüchtet. Die Großstadt zählt zu den letzten Gebieten in Luhansk, die noch von der ukrainischen Armee kontrolliert werden. Nach Angaben des Provinz-Gouverneurs ist die Stadt inzwischen aber zu zwei Drittel eingeschlossen und weitgehend zerstört.


Bundesbankchef Nagel: EZB-Zinserhöhungen müssen kommen

Bundesbank-Präsident Nagel erwartet in diesem Jahr mehrere Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank. Nagel sagte dem "Spiegel", die EZB müsse in ihrer Juni-Sitzung ein deutliches Signal geben, wohin die Reise gehe. In der zweiten Jahreshälfte sollten dann weitere Zinsschritte folgen. Nagel betonte zugleich, auch bei Zinsanhebungen werde es dauern ,bis die Inflation sinke. Im Euro-Raum lag die Inflation zuletzt auf dem Rekordhoch von 7,4 Prozent. Dennoch hat die Zentralbank bisher mit Zinsschritten gezögert.


Johnson schwächt Verhaltenskodex für sein Kabinett ab

Der britische Premier Johnson hat die Verhaltensvorgaben für sein Kabinett abgeschwächt. Wie die Regierung mitteilte, wird bei geringfügigen Verstößen gegen die Ethikregeln nicht mehr erwartet, dass ein Regierungsmitglied zurücktritt oder entlassen wird. Die Neuregelung folgt wenige Tage nach einem Untersuchungsbericht, in dem die Regierung heftig für illegale Parties während des Lockdowns kritisiert wurde. Johnson hatte angekündigt, die volle Verantwortung zu übernehmen, einen Rücktritt schloss er aber aus. Demnächst wird ein parlamentarischer Ausschuss prüfen, ob der Premier das Parlament in dem Skandal belogen hat. Nach den bisherigen Verhaltensregeln müsste Johnson dann sein Amt abgeben.