MDR AKTUELL - Das Wichtigste aus der Nacht


49-Euro-Ticket kommt wohl erst im April

Das bundesweite 49-Euro-Ticket kommt wahrscheinlich später als bislang geplant. Die Verkehrsminister von Bund und Ländern verständigten sich am Abend bei einer Sonderkonferenz in Bremen darauf, das Angebot spätestens zum 1. April einzuführen. Bundesverkehrsminister Wissing wollte eigentlich einen Start zum 1. Januar. Der Nachrichtenagentur DPA zufolge sehen die Länder aber noch Klärungsbedarf bei der Finanzierung. Sie fordern demnach von der Bundesregierung eine Zusage, dass eventuelle Mehrkosten des sogenannten Deutschland-Tickets zu gleichen Teilen von Bund und Ländern getragen werden. Keine Einigung erzielte die Ministerrunde im Streit um eine Abschaffung der Maskenpflicht im Nahverkehr. Das Thema wurde an die Gesundheitsminister und Ministerpräsidenten weitergereicht.


Reuters: Ampel einigt sich bei Übergewinnsteuer

Die Ampel-Koalition hat sich nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters beim Thema Übergewinnsteuer geeinigt. Wie der FDP-Steuerexperte Herbrand der Agentur sagte, sollen ungewöhnlich hohe Gewinne von Mineralöl- und Gasunternehmen mit einer Sonderabgabe in Höhe von 33 Prozent abgeschöpft werden. Dies sei der laut EU-Vorgabe niedrigstmögliche Satz. Die Höhe hatte auch das Finanzministerium in einem Formulierungsentwurf vorgeschlagen. Die Grünen hatten einen höheren Wert gefordert. Weiter berichtete Reuters, dass die Koalitionäre auch eine Erhöhung der Homeoffice-Pauschale vereinbart haben. Sie solle auf sechs Euro täglich steigen.


Habeck kritisiert geplante US-Klimasubventionen

Bundeswirtschaftsminister Habeck hat geplante Milliarden-Subventionen der USA für den Ausbau der eigenen erneuerbaren Energien kritisiert. Auf einer Industriekonferenz in Berlin sagte der Grünen-Politiker, von hohen Investitionen in den Klimaschutz profitiere zwar auch Deutschland als Exportnation. Dennoch sei es negativ, dass Washington nur Vorhaben fördern wolle, bei denen die Produktion im Inland oder mit US-Produkten erfolge. Aus seiner Sicht sei das nicht kompatibel mit den Regeln der Welthandelsorganisation, meinte Habeck. Er kündigte eine - wie er sagte - robuste Antwort der EU an, ohne Einzelheiten zu nennen. Zugleich werde Europa mit den Amerikanern reden, ob die Pläne wirklich ihr letztes Wort seien.


Neue Verwirrung um Zahl der Toten auf WM-Baustellen in Katar

In Katar gibt es neue Verwirrung um die Zahl der Todesopfer auf den Baustellen für die Fußball-WM. Das Organisationskomitee relativierte neue Angaben seines Vorsitzenden Thawadi . Der hatte einem britischen Fernsehsender gesagt, während der WM-Vorbereitungen seien 400 bis 500 Gastarbeiter ums Leben gekommen. Dazu erklärte das OK wenige Stunden später, bei der Statistik handle es sich um alle arbeitsbedigten Todesfälle aller Branchen und Nationalitäten in ganz Katar in den Jahren 2014 bis 2021. Diese Zahl liege bei 414. Offiziell haben die Führung des Emirats und der FIFA bislang nur drei Tote bei Arbeitsunfällen auf den WM-Baustellen vermeldet. Hinzu kämen 37 nicht arbeitsbedingte Todesfälle, etwa infolge von Hitze oder Krankheit.


Milliarden-Mehrwertsteuerbetrug aufgedeckt

EU-Behörden haben nach eigenen Angaben einen Mehrwertsteuerbetrug in Milliardenhöhe aufgedeckt. Wie die Europäische Staatsanwaltschaft in Luxemburg mitteilte, basierte das Betrugssystem auf dem Verkauf beliebter elektronischer Waren. Geräte seien online verkauft worden. Gleichzeitig seien von den nationalen Behörden Mehrwertsteuer-Rückerstattungen eingefordert worden. Der Schaden durch den Betrug werde auf 2,2 Milliarden Euro geschätzt. In 14 Ländern fanden den Angaben zufolge heute mehr als 200 Durchsuchungen statt, darunter in Deutschland.


Fußball-WM: England und USA im Achtelfinale

Bei der Fußball-WM in Katar stehen auch England und die USA im Achtelfinale. Die Engländer gewann ihr letztes Gruppenspiel gegen Wales mit 3:0. Das US-Team bezwang den Iran 1:0. Am Nachmittag hatten sich bereits die Niederlande und Senegal für die K.O.-Phase qualifiziert. Die Niederländer besiegten Gastgeber Katar mit 2:0. Die Westafrikaner bezwangen Ecuador mit 2:1. - Unterdessen teilte die FIFA mit, dass die französische Schiedsrichterin Stéphanie Frappart am Donnerstag das entscheidende Gruppenspiel der deutschen Elf gegen Costa Rica pfeift. Sie wird die erste Frau in der Fußball-Geschichte sein, die ein WM-Spiel der Männer leitet.

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