MDR AKTUELL - Meldungen um 12:30 Uhr


Lecks an Nord Stream: Sorge und gegenseitige Vorwürfe

Die Entdeckung von drei Lecks an den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 hat Besorgnis ausgelöst. Die dänische Energie-Behörde hatte die undichten Stellen nördöstlich und südöstlich der Insel Bornholm in dänischen beziehungsweise schwedischen Gewässern ausgemacht. Die Behörde erklärte, da die Pipelines derzeit nicht in Betrieb seien, hätten die Lecks aber keine Auswirkung auf die Gasversorgung in Europa. Die Ursache der Schäden sei unklar. Derartige Gaslecks seien aber äußerst selten. Russland schloss Sabotage nicht aus. Kreml-Sprecher Peskow sagte, die Situation bedürfe einer schnellen Aufklärung. Der polnische Vize-Außenminister Przydacz hält es für möglich, dass hinter den Gaslecks eine russische Provokation steckt. - Die Lecks waren gestern durch einen Druckverlust in den Leitungen aufgefallen.


Medwedew betont erneut Recht Russlands auf Atomwaffeneinsatz

Russlands Ex-Präsident Medwedew hat erneut das Recht Russlands auf den Einsatz von Atomwaffen betont. Der Vize-Chef des russischen Sicherheitsrates erklärte auf Telegram, ein russischer Atomschlag sei möglich, wenn Russland oder seine Verbündeten mit Nuklearwaffen angegriffen würden oder wenn die Existenz Russlands durch eine Aggression mit konventionellen Waffen bedroht werde. Medwedew betonte, Russland werde alles tun, damit feindliche Nachbarn wie die Ukraine nicht in den Besitz von Atomwaffen gelangten. Wenn die Bedrohung für Russland eine festgelegte Grenze überschreite, müsse Moskau antworten. Weiter schrieb Medwedew, er gehe nicht davon aus, dass sich die Nato bei einem solchen Szenario in den Konflikt einmischen werde.


"Sozialtourismus"-Vorwurf: Merz rudert zurück

CDU-Chef Merz rudert bei seinem Vorwurf des "Sozialtourismus" von ukrainischen Flüchtlingen zurück. Merz schrieb auf Twitter, er bedauere die Verwendung des Wortes. Das sei eine unzutreffende Beschreibung eines Problems, das es nur in Einzelfällen gebe. Merz hatte der Bundesregierung vorgeworfen, mit ihrer Flüchtlings- und Einwanderungspolitik soziale Spannungen auszulösen. Der Anspruch auf Sozialleistungen für ukrainische Flüchtlinge führe zu einem "Sozialtourismus", bei dem Menschen zwischen Deutschland und der Ukraine hin- und her reisten und die Leistungen ausnutzten. Bundesinnenministerin Faeser warf Merz daraufhin Stimmungsmache vor. Die SPD-Politikerin erklärte, es sei schäbig, das auf dem Rücken ukrainischer Frauen und Kinder auszutragen, die vor Putins Bomben und Panzern geflohen seien.


Umfrage: Mehr Menschen würden weniger arbeiten

Zunehmend mehr Berufstätige in Deutschland würden gerne weniger arbeiten. Das geht aus einer Befragung von 4.000 Arbeitnehmern durch das Meinungsforschungsinstitut Yougov hervor. Danach würden 48 Prozent der Berufstätigen Teilzeit arbeiten, wenn sie vom Arbeitgeber die Möglichkeit dazu bekämen. 56 Prozent würden die Arbeit sofort an den Nagel hängen, wenn sie finanziell nicht auf den Job angewiesen wären. Das sei ein Anstieg um mehr als 20 Prozent innerhalb von drei Jahren. Die Studienautoren erklärten, besonders junge Berufstätige strebten vehement nach mehr Freiräumen.


Sachsen: Omikron-Impfstoffe ab 4. Oktober verfügbar

In den staatlichen Impfzentren in Sachsen sind die neuen, auf die Omikron-Varianten angepassten Corona-Impfstoffe ab dem 4. Oktober verfügbar. Das Deutsche Rote Kreuz teilte mit, für die Impfungen könnten ab sofort Termine gebucht werden. Die Öffnungszeiten der Impfstellen würden dafür erweitert. - In Sachsen decken Arztpraxen, Betriebsärzte und Krankenhäuser rund 80 Prozent der Impfungen ab, der Rest läuft über die staatlichen Impfstellen.