MDR AKTUELL - Meldungen um 10:30 Uhr


Delta-Variante im Landkreis Leipzig nachgewiesen

Die hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus ist im Süden des Landkreises Leipzig nachgewiesen worden. Wie das Landratsamt in Borna mitteilte, handelt es sich um eine Person, die im Ausland war. Ein erster Test bei der Einreise nach Deutschland sei zunächst negativ gewesen. Inzwischen seien auch zwei weitere Mitglieder des Hausstandes betroffen. Den Angaben zufolge ermittelt das Gesundheitsamt alle weiteren Kontakte und schickt Kontaktpersonen in Quarantäne. Betroffen sei auch eine Schule. Weitere Tests seien für Montag geplant.


Lauterbach: Historisches Versagen reicher Länder in Corona-Krise

SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach sieht in der Corona-Krise ein historisches Versagen reicher Staaten. Lauterbach sagte bei einer Online-Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing, man habe Impfkapazität aufgebaut, die genau zugeschnitten sei auf das, was man selbst brauche. Für ärmere Länder hätte man keine zusätzliche Impfstoff-Produktionskapazität. Deshalb seien Menschen in Südostasien, Afrika oder Lateinamerika weitgehend ungeschützt und einem immer gefährlicher werdenden Virus ausgesetzt. Für Deutschland rechnet Lauterbach bis Mitte September mit einer Herdenimmunität. 80 Prozent der Erwachsenen seien dann vollständig geimpft.


SZ: Fahrgastzahlen bei der Bahn weiter rückläufig

Die Deutsche Bahn muss erneut einen Einbruch der Fahrgastzahlen verkraften. Das berichtet die "Süddeutschen Zeitung". So seien zum Besipiel im April im Fernverkehr rund 15,6 Millionen Passagiere gezählt worden, das seien nur halb so viele gewesen als im April des vergangenen Jahres. Im Regionalverkehr ging das Fahrgastaufkommen laut SZ um gut 40 Prozent zurück, auf 278 Millionen Reisende. Lediglich beim Güterverkehr habe die Bahn ein leichtes Plus um fünf Prozent verbuchen können.


Kommunale Wohnungsgesellschaften kämpfen mit Leerstand

In Sachsen-Anhalt klagen die kommunalen Wohnungsgesellschaften im häufiger über Leerstand. Deshalb fordert der Verband der Wohnungswirtschaft ein neues Stadtumbau-Programm. Vorstand Zillmann sagte dem MDR, ohne Gegensteuerungsmaßnahmen werde man anhaltend in Schwierigkeiten sein. Vor allem außerhalb der Ballungsgebiete stünden Wohnungen leer. Eine Ursache sieht der Verband im Bevölkerungsrückgang. Die Wohnungspolitik werde sehr stark durch die Wohnungsnot in den Metropolregionen gesteuert. Mietendeckel, Mietpreisbremse oder Verstaatlichung seien für die kommunalen Wohnungsgesellschaften nicht hilfreich. Man brauche mehr Fördermittel.


Deutlicher Anstieg bei Privatinsolvenzen in Sachsen

In Sachsen ist die Zahl der Privat-Insolvenzen deutlich gestiegen. Wie das Statistische Landesamt in Kamenz mitteilte, wurden in den ersten vier Monaten des Jahres knapp 1.500 Verfahren registriert. Das sei ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 57 Prozent. Unklar sei, welchen Einfluss die Corona-Pandemie auf die Entwicklung habe. Experten begründen den Anstieg mit dem neuen Insolvenz-Recht. Dadurch wird das Verfahren zur Restschuld-Befreiung von sechs auf drei Jahre verkürzt. Viele Betroffene hätten das neue Gesetz abgewartet und erst in diesem Frühjahr Privatinsolvenz angemeldet.

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