MDR AKTUELL - Meldungen um 13:00 Uhr

28. Februar 2024, 13:18 Uhr


Anklage gegen mutmaßliche NSU-Helferin erhoben

Die Bundesanwaltschaft hat vor dem Oberlandesgericht Dresden Anklage gegen eine mutmaßliche Unterstützerin der rechtsextremistischen Terrorgruppe NSU erhoben. Die Ermittler in Karlsruhe teilten mit, es handle sich um die Ehefrau eines rechtskräftig verurteilten NSU-Helfers. Der seit längerem bestehende Tatverdacht habe sich erhärtet. Demnach soll die Beschuldigte spätestens seit 2007 gewusst haben, dass das NSU-Trio Zschäpe, Böhnhardt und Mundlos im Untergrund lebte. Sie soll ihre Krankenkassenkarte Zschäpe zur Verfügung gestellt und in weiteren Fällen mit ihren Personalien ausgeholfen haben. - Der NSU verübte zwischen 1999 und 2011 zehn Morde, drei Bombenanschläge und mehr als ein Dutzend Raubüberfälle.


Masern im Vogtland: ausschließlich eingeschleppte Fälle

Der Masernausbruch im Vogtland ist offenbar auf eingeschleppte Fälle zurückzuführen. Stefan Mertens vom Berufsverband der Kinder und Jugendärzte Sachsen MDR AKTUELL, es handle sich um ungeimpfte Kinder aus dem Ausland. Ihm sei bislang nicht bekannt, dass deutsche Kinder erkrankt seien. Wenn Kinder durchgeimpft seien, müssten die Eltern vor Ort nicht mit einer Ansteckung rechnen. - Nach Kreisangaben sind zwölf Kinder aus dem Umfeld von zwei Familien infiziert. Sie befinden sich in häuslicher Isolation. Im vergangenen Jahr gab es in Sachsen zwei registrierte Masernfälle.


Weiter keine Mehrheit für EU-Lieferkettengesetz

Das umstrittene EU-Lieferkettengesetz findet weiter keine Mehrheit der Mitgliedstaaten. Das teilte die belgische Ratspräsidentschaft in Brüssel mit. Man müsse sehen, ob die vorgebrachten Bedenken in Absprache mit dem EU-Parlament ausgeräumt werden könnten. Damit ist offen, ob erneut verhandelt werden muss. Ein Kompromiss war eigentlich schon im Dezember gefunden worden. Bei der Abstimmung enthielt sich die Bundesregierung, weil die FDP dagegen ist. Das wirkt wie eine Nein-Stimme. Die Richtlinie soll Unternehmen für Kinderarbeit, Ausbeutung und Umweltverschmutzung durch ihre Zulieferer in die Pflicht nehmen.


Nawalny-Wittwe: Putin ist ein "blutiges Monster"

Die Witwe des gestorbenen Kreml-Kritikers Alexej Nawalny hat Verhandlungen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gewarnt. Julia Nawalnaja sagte vor dem EU-Parlament in Straßburg, man habe es nicht mit einem Politiker, sondern einem blutigen Monster zu tiun. Er könne nur mit neuen Methoden besiegt werden, nicht aber mit Resolutionen oder Sanktionen. Nawalny war am 16. Februar in einem russischen Straflager gestorben. Die Umstände sind bisher nicht geklärt. Die Familie macht Putin persönlich für den Tod verantwortlich. Nawalny soll am Freitag in Moskau beigesetzt werden.


Deutscher Presserat: 2023 mehr Rügen als je zuvor

Der Deutsche Presserat hat im vergangenen Jahr so viele Rügen ausgesprochen wie noch nie zuvor. Wie die freiwillige Selbstkontrolle der Print- und Onlinemedien in Berlin mitteilte, wurde die schärfste Sanktion für besonders schwere Verstöße gegen den Pressekodex 73 Mal verhängt. Das waren 26 Fälle mehr als 2022. In 22 Fällen ging es um irreführende Überschriften oder mangelnde Recherchen. Ebenso häufig rügte der Presserat, weil der Persönlichkeits- und Opferschutz missachtet wurden. Insgesamt gingen beim Gremium 1.850 Einzelbeschwerden ein - die meisten wurden jedoch als unbegründet zurückgewiesen.

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