Das Wichtigste aus der Nacht


Corona-Pandemie verschärft weltweite Ungleichheit

Die Corona-Pandemie verschärft weltweit die soziale Ungleichheit. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie der Hilfsorganisation Oxfam. Demnach konnten etwa die zehn reichsten Menschen in Deutschland ihr Gesamtvermögen im vergangenen Jahr um 35 Prozent auf rund 200 Milliarden Euro steigern. Zugleich hätten hierzulande rund 40 Prozent der Erwerbspersonen durch die Pandemie Einkommen verloren. Eine Verschärfung der wirtschaftlichen Ungleichheit drohe in fast allen Ländern gleichzeitig. Oxfam veröffentlichte den Bericht anlässlich des Weltwirtschaftsforums, das erstmals statt in Davos komplett digital stattfindet.


Ausschreitungen bei Corona-Protesten in den Niederlanden

Bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen ist es in mehreren niederländischen Städten zu Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. In Amsterdam setzte die Polizei Wasserwerfer ein. Die Einsatzkräfte waren nach eignen Angaben mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen worden. Aus Eindhoven zeigte das Fernsehen Bilder von Jugendlichen, die Geschäfte plünderten und Autos in Brand steckten. Landesweit wurden laut Behörden mehr als 240 Menschen festgenommen. Die niederländische Regierung hatte die Corona-Maßnahmen zuletzt verschärft und eine nächtliche Ausgangssperre verhängt.


Portugiesischer Präsident wiedergewählt

Der portugiesische Präsident de Sousa bleibt im Amt. Der Konservative erhielt mit 61 Prozent der Stimmen die notwendige Mehrheit. Mit deutlichem Rückstand landete die Sozialistin Gomes auf dem zweiten Platz. Die Wahl wurde überschattet von der dritten Corona-Welle, die das Land derzeit fest im Griff hat. Rund 60 Prozent der Wähler enthielten sich, so viele wie nie zuvor. Hunderttausende Portugiesen befinden sich in Quarantäne. Die Bundesregierung stufte das Land kürzlich als Hochrisikogebiet ein.


Baerbock fordert endgültiges Aus für Nord Stream 2

Nach der Festnahmewelle gegen russische Demonstranten fordert Grünen-Chefin Baerbock, den Bau der Ostseepipeline Nord Stream 2 endgültig einzustellen. Sie sagte der ARD, die Erdgasleitung sei ein Prestigeprojekt des Kremls. Es richte sich gezielt gegen die Ukraine und sei eine Wette gegen die europäischen Klimaschutz-Ziele. Damit würden die geostrategischen Interessen der Europäer und alle EU-Sanktionen gegen Russland konterkariert. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig lehnte dagegen ein Ende des Bauvorhabens ab. Gerade in diesen schwierigen Zeiten sei es wichtig, mit Russland im Dialog zu bleiben. Ungeachtet der politischen Debatte traf ein russisches Rohrverlegungs-Schiff in den Gewässern vor der dänischen Insel Bornholm ein. Es nahm dort am Abend die Arbeit am letzten noch fehlenden Stück der Pipeline auf.


Lehrerverband kritisiert Bildungspolitik

Der Lehrerverband hat die deutsche Bildungspolitik scharf kritisiert. Präsident Meidinger sagte der "Augsburger Allgemeinen", die Coronakrise zeige, dass schulpolitische Probleme jahrzehntelang nur verschleppt worden seien. Die Bildungspolitik sei wie kaum ein anderer Bereich geprägt von gescheiterten Reformen, Fehlern und einem katastophalen Krisenmanagement. Als Beispiel nannte Meidinger den Lehrermangel. Hätte die Politik dieses Problem rechtzeitig gelöst, wäre es jetzt einfacher, Risikogruppen unter den Lehrkräften oder Lehrer in Quarantäne zu ersetzen. Meidinger forderte deshalb eine grundlegende Reform der Kultusministerkonferenz. Sie dürfe sich nicht immer nur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen.

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