Buchcover, "Das Internet  muss weg", von Schlecky Silberstein
Bildrechte: Random House

SPUTNIKer am Nachmittag Buchtipp: "Das Internet muss weg!"

Christian Brandes alias Schlecky Silberstein wurde durch das Internet groß. Mit seinem Buch rechnet er jetzt mit dem Medium ab.

Buchcover, "Das Internet  muss weg", von Schlecky Silberstein
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Schlecky Silberstein hat herausgefunden, warum das Internet so viele Lebensbereiche einer modernen Gesellschaft negativ beeinflusst.

Das Ergebnis ist so klar wie frustrierend: Die aktuelle Version des Internets ist die größte Verarschungsmaschine aller Zeiten.

Diese Erkenntnis versucht er im Buch "Das Internet muss weg" zu beweisen.

Seine Argumente lesen sich dabei oft wie eine gruselige Dystopie und zeigen, wie nah sich die Methoden der Internetindustrie an der Illegalität bewegen.

Die großen Plattformen beschäftigen laut Schlecky sogar eigene Addictive-Design-Abteilungen, in denen Erkenntnisse aus der Spielautomaten-Programmierung auf Internetdienste angepasst werden.

Online-Sucht ist demnach nichts, woran man selbst Schuld ist, sondern ein Zustand, an dessen Entwicklung viele Forscher beteiligt sind, um die Menschen noch mehr an ihr Online-Leben zu binden.

Für seine Recherche hat er mit Aussteigern aus dem Silicon Valley gesprochen, die es mittlerweile verfluchen, früher mal für Facebook oder Google gearbeitet zu haben. Sie erklären auch, weshalb der Facebook-Like-Button der Teufel ist und wie viel die persönlichen Daten der User wirklich wert sind.

Weg frei für Click Bait und Fake News

Der Kampf um die notwendige Reichweite auf Online-Plattformen führt laut Schlecky letztendlich dazu, dass sich auch der Journalismus immer mehr freiwillig selbstentwertet, um wirtschaftlich mithalten zu können.

Denn nur, wer genügend Interaktionen mit und zwischen den Usern erzeugt, kommt durch die strengen Filter der Algorithmen.

Dann müssen auch noch die persönlichen Filterblasen überwunden werden. Unter dem Deckmantel der Relevanz werden Usern die Themen angezeigt, bei denen die Interaktionsrate besonders wahrscheinlich ist.

Und das ist sie vor allem dann, wenn das eigene Weltbild unterstützt wird.

Das Thema im SPUTNIK Programm: SPUTNIKer am Nachmittag | 07.03.18 | 15:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Juni 2018, 13:22 Uhr