Ein junger Mann liegt im Bett und hält sich ein Taschentuch vor den Mund
Bildrechte: Colourbox.de

SPUTNIKer am Nachmittag Studie: Die Männergrippe gibt es

Der Mythos der Männerschnupfen löst seit Anbeginn des ersten Niesens Geschlechterdebatten aus. Jammern die Männer nur rum? Sollen sie sich mal zusammen reißen? Jetzt werden die Männer endlich vom Spott erlöst.

Ein junger Mann liegt im Bett und hält sich ein Taschentuch vor den Mund
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„Männergrippe“ ist ein so allgegenwärtiger Begriff, dass er ins Oxford-Dictionary aufgenommen wurde. Die Definition hat für Streitgespräche gesorgt:

Männerschnupfen: Eine Erkältung oder geringere Erkrankung bei Männern, die die Schwere der Sympthome übertreiben.

Nun hat sich endlich eine Studie damit beschäftigt, ob es irgendeine wissenschaftliche Rechtfertigung für das Geächze und Gestöhne der kranken Männer gibt. Dr. Sue von der Universität Neufundland erklärt, dass die Zurückweisung einer existierenden Männergrippe wahrscheinlich ungerechtfertigt ist.

Müde davon, ständig beschuldigt zu werden, über zu reagieren, habe ich danach gesucht, ob Männer die Symptome tatsächlich schlimmer wahrnehmen oder es gar einen evolutionären Grund dafür gibt.

Die Männergrippe ist real

Und die Wissenschaftler haben tatsächlich herausgefunden, dass die Männergruppe schmerzhaft real ist. Ein Artikel im British Medical Journal behauptet zumindest, dass dieses oft verspottete Leiden tatsächlich eine wissenschaftliche Grundlage hat.

Die Studie, die von der Universität Neufundland durchgeführt wurde, betrachtete wie unterschiedlich Männer und Frauen in Hong Kong auf eine saisonale Grippe reagieren. Dabei haben Ärzte herausgefunden, dass erwachsene Männer ein höheres Risiko für Krankenhausaufenthalte haben, wenn sie an einer Erkältung leiden.

Männer sind stärker betroffen

In einer anderen US-Studie zur Sterblichkeitsrate in der Zeit von 1997 bis 2007 waren Männer öfter von einem mit Grippe in Verbindung gebrachten Tod betroffen als Frauen. Darüber hinaus testete man den Wirkstoff von Grippeschutzimpfungen an Mäusen und Menschen. In beiden Fällen sprachen die weiblichen Testkandidaten besser auf das Mittel an als die männlichen.

Außerdem spricht die Studie über ein Konzept einer Immunitätslücke. Die Idee ist, dass Männer möglicherweise generell ein schwächeres Immunsystem haben als Frauen. Sogar die Weltgesundheitsorganisation betont, dass das Geschlecht berücksichtig werden müsse, wenn man Grippefälle betrachtet.

Passt auf euch auf, Jungs!

Jetzt in der kalten Jahreszeit bedeutet das dennoch nicht den Weltuntergang für alle Männer. Es gibt Möglichkeiten den Männerschnupfen zu umgehen. Denn vieles, was Männer krank macht, liegt in ihren eigenen Händen.

Viele Lifestyle-Faktoren, die eine Grippe begünstigen könnten, spielen da eine Rolle. Zum Beispiel gibt es weltweit mehr rauchende Männer als Frauen. Und Männer neigen dazu, seltener medizinisch einzugreifen, wenn sie krank sind.

Da haben wir es! Packt euch warm ein, trinkt heiße Zitrone, lasst euch die Hühnersuppe intravenös einflößen und schaut Netflix.

Ihr, liebe Männer, seid tatsächlich und legitim krank.

Das Thema im SPUTNIK Programm: SPUTNIKer bei der Arbeit | 14.12.17 | 12:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2017, 10:34 Uhr