SPUTNIK Tagesupdate Dieses Projekt will mehr Transparenz bei der Schufa

Die Bewertung der Schufa entscheidet über die Bonität aller Bürger und damit auch, ob jemand eine Wohnung, einen Handyvertrag oder einen Kredit bekommt. Obwohl der Schufa-Score so großen Einfluss hat, wissen trotzdem nur wenige, wie er eigentlich entsteht. Das soll sich jetzt ändern.

Ein Formular der Schufa mit dem Titel "Bonitätsauskunft" 4 min
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MDR SPUTNIK Mo 19.02.2018 21:11Uhr 03:31 min

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Jeder Bürger kann eine Auskunft fordern, wie seine Schufa-Bewertung aussieht - aber nicht darüber, wie sie zustande gekommen ist. Der Algorithmus, mit dem Firmen wie Schufa den Bonitäts-Score berechnen, gilt als Geschäftsgeheimnis.

Du weißt nicht, was sie wissen

Unternehmen wie Schufa oder Arvato Infoscore sind bisher per Gesetz nicht verpflichtet, Verbrauchern offenzulegen, wie ihre Einstufung zustande kommt. Bisher wissen das lediglich die Datenschutzbehörden von Bund und Ländern.

Privatpersonen erfahren nur, welche Informationen über sie vorhanden sind, aber nicht, wie diese Informationen gewichtet werden.

Schufa = Schuldenfalle?

Dabei kann ein schlechter Schufa-Score für große Probleme sorgen, denn viele Vermieter, Kreditinstitute und Händler entscheiden auf dieser Grundlage, wem sie eine Wohnung, einen Kredit oder eine Ratenzahlung geben und wem nicht.

Somit birgt das intransparente Scoring ein großes Diskriminierungspotential. Die NGOs Algorithm Watch und Open Knowledge Foundation wollen nun durch eigene Untersuchungen offenlegen, wie die Scores ermittelt werden.

Zu diesem Zweck wurde zusammen mit dem Kabarettisten Nico Semsrott die Crowdfunding-Kampagne OpenSCHUFA ins Leben gerufen.

Die Schufa selbst kritisiert das Projekt.

[...] klar gegen die übergeordneten Interessen von Wirtschaft, Gesellschaft und den Wirtschaftsstandort Deutschland gerichtet. [...] Die Offenlegung des Verfahrens gegenüber der allgemeinen Öffentlichkeit würde auch dem Missbrauch Tür und Tor öffnen.

Das Projekt OpenSCHUFA benötigt 30.000 Euro für eine erste Finanzierung. Noch bis zum 15. März kann das Projekt mit Geldspenden unterstützt werden.

Das Thema im SPUTNIK Programm: SPUTNIK Tagesupdate | 19.02.18 | 18:35 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Februar 2018, 22:13 Uhr