Kein sexmoralischer Auftrag – mit Anders Amen

Sie sind lesbisch, verheiratet, Pastorinnen und (fast schon) Youtube-Stars. Ellen und Steffi von "Anders Amen" sprechen in dieser SPUTNIK Pride Folge darüber, wie sie ihren Lebensstil mit der Kirche in Einklang bringen – denn ihr Channel wird sogar von der niedersächsischen evangelischen Landeskirche unterstützt. Sie wollen Mut machen und Homosexualität auch in der Kirche und in den Gottesdiensten sichtbar machen.

Es gibt so ein paar richtig krass homophobe Vertreter in der evangelischen Kirche und im Grunde sind das total wenige aber die sind extrem laut. Da springen dann auch die Medien total gerne drauf an. Deswegen nehmen die viel mehr Raum ein, als die Mainstreamlinie der evangelischen Kirche.

Ellen & Steffi, Pastorinnen von "Anders Amen"

Krasse Vertreter kann Kai auch erzählen: Wie problematisch Homosexualität für manche Glaubensgemeinschaften ist, hat er selbst erlebt. Seine Familie war in einer Freikirche und die Mitglieder wollten das Schwule aus ihm rausbeten.

Den Channel "Anders Amen" haben Ellen und Steffi auch gegründet, weil die meisten christlichen Videos mit vielen Views ziemlich krasse und konservative Botschaften zum Thema Queer und Sexualität hatten. Das wollen Ellen und Steffi anders machen.

Ich sage meinen Konfirmandinnen niemals 'Kein Sex vor der Ehe'. Ich habe ja einen Bildungsauftrag, auch bei Jugendlichen und ich finde das total wichtig, dass Jugendliche ihre Erfahrungen machen und bitte, bitte, bitte vor der Ehe!

Ellen & Steffi, Pastorinnen von "Anders Amen"

Aber steht das nicht in der Bibel? Steffi und Ellen sind gegen einen "Bibelvers-Weitwurf", bei dem sich jeder einen Satz rauspickt "und den dann anderen vor die Füße kotzt". Sie erklären, dass es auch in der Bibel ziemlich viele verschiedene Lebensentwürfe gibt.

SPUTNIK Moderator Kai Witvrouwen
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